Premieren

Und alle Tiere rufen (Dieser Titel rettet die Welt auch nicht mehr) Uraufführung von Thomas Köck

Ein vielstimmiges Requiem-Manifesto der ausgestorbenen Tierarten

Die verschwundenen Tiere dieser Welt melden sich zu Wort. Es erklingt ein vielstimmiger Abgesang an die Fauna und die Menschheit: ein Requiem-Manifesto. Sie sprechen vom Aussterben und von Erinnerungen »an zukünfte, die noch überhaupt nicht existiert haben — erinnerungen an leben und existenzen, die nie werden gelebt worden sein«.

Das Manifest versucht, sich loszulösen von den tagesaktuellen Diskursen, vom bloßen Ist-Zustand, es versucht, das Wirtschaftssystem hinter sich zu lassen und wieder aufs große Ganze zu schauen — denn ist nicht auch die Menschheit nur eine Art auf dieser Welt? 

Regie: Marie Bues, Hörspielregie: Anouschka Trocker, Bühne: Frank Holldack, Dramaturgie: Marlies Kink, Regieassistenz: Luise Heiderhoff

Mit: Astrid Meyerfeldt,  Sarah Sophia Meyer,  Nico Link,  Janus Torp

Eine Koproduktion mit Deutschlandfunkkultur
Mit freundlicher Unterstützung von Deutsches Nationaltheater Weimar, Schauspielhaus Graz, Schauspiel Köln

Zur Website von Kunstfest Weimar

Premiere am 28.8.21, Kunstfest Weimar
Weitere Vorstellungen: 29.9./5.,6.9.21
Termine am Schauspielhaus Graz und am Schauspiel Köln ab 22

Klimatrilogie: paradies fluten/paradies hungern/paradies spielen von Thomas Köck

Unsere Erde nach der Apokalypse: Willkommen in der Zukunft! Wesen steigen aus gelandeten Kapseln. Sind es die Götter, die sich anschauen wollen, welchen unwiderruflichen Schaden der Mensch auf der Erde hinterlassen hat? Cyborgs? Oder die letzten Menschen? Was sie sehen: die Erde als Ruine. Wie konnte es zu dieser maßlosen Vernichtung kommen? Um zu verstehen, was hier passiert ist, tragen sie wie Archäolog:innen Schicht für Schicht der zerstörten Landschaften ab. Immer mehr Bruchstücke verloren gegangener Erinnerungen legen sie dabei frei. Sie erzählen von Menschen, die sich bis zum Kollaps genommen haben, was sie wollten, und dabei nicht nur das Klima als System zum Einsturz brachten, sondern auch unweigerlich sich selbst und ihre Mitmenschen. Klimatrilogie ist eine exzessive Spurensuche. Der Planet Erde als Black Box: Sie vergisst nichts, und wir Lebenden müssen nur genau lesen, um zu verstehen, warum die ökologische Zerstörung unserer Erde auch immer soziale Erosionen nach sich zieht.
Seit 2016 hat der Dramatiker Thomas Köck drei Stücke geschrieben, die sich tiefbohrend mit dem Verhältnis von Kolonialismus, Kapitalismus und Natur auseinandersetzen: paradies fluten, paradies hungern und paradies spielen.
Die Regisseurin Marie Bues setzt diese Stücke miteinander in Beziehung und formt sie zu einem bildstarken Panorama über Gier, Macht, die Sehnsucht nach Verbindung und die nie schwindende Hoffnung auf einen Neuanfang nach der Katastrophe.

Regie: Marie Bues, Bühne: Heike Mondschein, Kostüme: Amit Epstein, Dramaturgie: Mazlum Nergiz, Musik: Johannes Frick, Choreographie: Bahar Meric

Mit: Bernhard Conrad, Tabitha Frehner, Johannes Frick, Alrun Hofert, Caroline Junghanns, Birte Leest,  Kaspar Locher, Nicolas Matthews, Alban Mondschein, Amelle Schwerk

Zur Website des Staatstheater Hannover

 

ab 9.10.21 am Staatstheater Hannover

Wounds are forever (Selbstporträt als Nationaldichterin), Uraufführung von Sivan Ben Yishai

Die Reise – oder nein: der Ritt beginnt an einer Straßenecke in Jaffa, Tel-Aviv. Das Jahr: 2014, die Zeit: vier Uhr morgens, die Heldin: Sivan Ben Yishai – Moment mal: Sivan? Die Autorin Sivan Ben Yishai? Ja, genau die. Die ehemalige Hausautorin Sivan Ben Yishai. Auf dem Rücken einer Deutschen Schäferhündin reitet sie durch Raum und Zeit, durch die Abgründe, Verstrickungen und Verbrechen der deutsch-israelisch-palästinensischen Geschichte. Von Jaffa 2014 ins Jahr 1938 in Deutschland, von Kuba an die russische Front, von Slowenien nach Mailand, durch das Mittelmeer nach Palästina. Von der Autorin verwandelt sie sich in eine Holocaustüberlebende, in eine sowjetische Partisanin, in eine Asylsuchende unter Wasser, in eine überzeugte Zionistin, in eine von Kopf bis Fuß bandagierte, mit Orden und Waffen behängte Kriegerin; Opfer und Täterin zugleich, Anklagende und Angeklagte, über allem stehend und mit allem verstrickt. Ihr zur Seite stehen ihr die Schäferhündin, eine tote, klagende Klezmerin und ein Kaleidoskop von Stimmen, Erfahrungen und widersprechende Perspektiven, die ihre Geschichte miterzählen. »Wounds Are Forever« ist Spurensuche und Selbstbefragung zugleich; das Offenlegen der individuellen Wunden macht die kollektiven Wunden sichtbar. Brutal, komisch, rasant und politisch schreibt sich Sivan Ben Yishai das 20. und 21. Jahrhundert auf den eigenen Körper.

Eine Koproduktion von Nationaltheater Mannheim mit dem Theater Rampe in Stuttgart.

Zur Website des Nationaltheater Mannheim

www.theaterrampe.de

Regie: Marie Bues, Bühne: Shahrzad Rahmani, Kostüme: Moran Sanderovich, Musik: Rona Geffen, Dramaturgie: Kerstin Grübmeyer, Video: Timo Kleinemeier/Christoph Schmitz

Mit: Samuel Koch, Tala Al Deen, Rocco Brück/Nico Fatih Türksever, Rona Geffen, Patrick Schnicke, Sarah Zastrau

Im Nachtkritik Stream 8.-10.September 21
Premiere am Nationaltheater Mannheim: 23.06.21
Premiere am Theater Rampe Stuttgart im Januar 22