Premieren

Wir sind nach dem Sturm

Uraufführung von Kevin Rittberger

„Wie gelangen wir sicher ins Innere? Und wieder hinaus, ohne den Halt zu verlieren?“, fragt sich gleich zu Beginn der Bergrat Wilhelm August Julius Albert. Die Rede ist vom Vordringen in die Erde, die doch so viele Schätze unter ihrer harten Kruste verbirgt. Gleichermaßen zielt die Frage aber auch auf das Eintauchen in das menschliche Innere, das scheinbar ähnlich viele Rätsel bereithält wie Mutter Erde. Nicht zuletzt aber fragt der Bergrat nach der inneren Ordnung und Veränderbarkeit unserer Gesellschaft. Er wird ein Seil entwickeln, das die Bergbaukunst revolutioniert und den Halt beim Abtauchen Richtung Erdkern wahrt. Doch welches Instrument sichert uns, wenn wir uns und unser Zusammenleben untersuchen?
Rittbergers Stück versammelt Menschen und verzahnt ihre Geschichten über die Zeiten hinweg – beginnend Anfang des 19. Jahrhunderts schlägt es den Bogen in unsere nahe Zukunft. Inmitten der heutigen Klimakrise fragt es danach, wie wir leben können und mit wem wir uns zusammentun. Es will wissen, wie die Liebe funktioniert. Es fragt, ob wir Herrschaftsverhältnisse ändern können, indem wir die großen politischen Zusammenhänge in ihr Gegenteil verkehren. Es sucht nach Zärtlichkeit, die Nachsicht übt gegenüber der Notwendigkeit. Es zeigt den Raubbau an der Welt und den Raubbau am Menschen. Es tastet sich vor in eine Welt, die in Fürsorge und Verbindung, Kooperation und Freiheit einen neuen Versuch wagen könnte.
Marie Bues, die zuletzt Klimatrilogie in Hannover inszenierte, wird das Auftragswerk zur Uraufführung bringen.

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Regie: Marie Bues, Bühne: Shahrzad Rahmani, Kostüme: Moran Sanderovich, Musik: Johannes Frick, Video: Camille Lacadee, Dramaturgie: Michael Letmathe

Premiere: 19.11.22, Schauspiel Hannover

Die Aufdrängung

Uraufführung des Romans von Ariane Koch

Eine Gastbeschimpfung

Eine junge Frau lebt neben einem dreieckigen Berg in einem zu grossen Haus. Als ein Gast auftaucht, nimmt sie ihn direkt bei sich auf. Er weckt ihre Neugier, wird aber auch schnell Opfer ausgefuchster Machtphantasien. Die Basler Autorin Ariane Koch nahm sich in ihrem Debütroman dieser Urszene zwischenmenschlicher Begegnung an und wurde prompt mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre parabelhafte Geschichte erzählt nicht nur von unserem Verhalten gegenüber Fremden, sie zeichnet auch ein wunderbar komisches und zugleich tiefgründiges Bild der Schweizer Verdruckstheit. Mit starkem Fokus auf den Text inszeniert Marie Bues die Erzählung als mehrstimmiges Chorstück: Wer drängt sich hier wem auf?

Regie: Marie Bues, Bühne: Pia Maria Mackert, Kostüme: Claudia Irro, Musik: Anton Berman, Dramaturgie: Michael Gmaj

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Premiere: 27.1.23, Theater Basel