Premieren

фielföلkaŠtát (äh vielvölkastaat oder was?)

Uraufführung von Ewe Benbenek, übersetzt ins Ungarische von Lídia Nádori

Eine Koproduktion von Schauspielhaus Graz, Schauspielhaus Wien und Katona Jószef Theater Budapest. In Kooperation mit dem steirischen herbst

Regie: Marie Bues, Bühne und Kostüme: Indra Nauck, Musik Raphaela Andrade Cordova, Choreografie: Marta Navaridas, Dramaturgie: Male Günther, Martina Grohmann, Ármin Szabó-Skékely, Mit: Bence Béres, Tim Breyvogel, Sophia Löffler, Miriam Maertens, Júlia Mentes, Maximilian Thienen

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Was bedeutet es heute, zu Europa zu gehören? Wer darf »von hier« sein – und wer nicht?
In ihrem Auftragswerk »фielföلkaŠtát« verbindet die Autorin Ewe Benbenek die Geschichte der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie mit aktuellen Fragen von Arbeit, Migration und Zugehörigkeit. Der Text unternimmt einen mehrsprachigen Erkundungsgang durch die Geschichte und lässt Figuren aus der Operette, streikende Arbeiter:innen und Volkslieder zu Wort kommen. Sie alle begegnen einer Reisenden, die durch Graz, Wien, Bratislava, Krakau und Budapest unterwegs ist und die politischen und gesellschaftlichen Spannungen Europas beobachtet.

Zwischen den Zeiten entfaltet sich ein vielstimmiger Blick auf Klassenverhältnisse, Bildungsaufstieg, Minderheitenpolitik und die Erfahrungen von Ausgrenzung. Eine besondere Rolle spielt die Sprache selbst: Klänge und Buchstaben aus dem kyrillischen, arabischen und lateinischen Alphabet treten miteinander in Beziehung und machen verborgene Verbindungen hörbar.
»фielföلkaŠtát« fragt nach den Grenzen und Möglichkeiten europäischer Zugehörigkeit – und sucht inmitten historischer Brüche und gegenwärtiger Konflikte nach Momenten von Nähe, Hoffnung und Verbundenheit.

Schauspielhaus Graz: 26.09.26
Weitere Vorstellungen/next performances: 06.,10.,14.15.,29.,30.10.,19.,20.11.
Schauspielhaus Wien: 27.02.27
Katona Jószef Theater Budapest:15.05.27

Medusa Festival Berlin

MEDUSA – Zeitgenössische Dramatik und inklusive Identitäten in Europa ist ein Projekt von sechs Partnerinstitutionen aus Neapel, Sofia und Berlin, mit dem Ziel, nicht nur Theaterautor*innen zu fördern, sondern auch einen europäischen Kulturraum zu stärken, in dem unterrepräsentierte Perspektiven, soziale Ängste und dramatische Erzählweisen über nationale Grenzen hinweg sichtbarer werden und neue Resonanzräume finden.

Sechs Theatertexte aus Deutschland, Bulgarien und Italien – präsentiert an drei Tagen im Roten Salon durch szenische Lesungen, eingerichtet von den Regisseur*innen Marie Bues, Salome Dastmalchi und Tobias Herzberg mit zwölf Schauspieler*innen, Publikumsgesprächen und einer große Abschlussparty.

Am 5.11. um 19.30h : Silva Marinova: „Fettsack“ und „Lange Nacht“ von Tatjana Motta, Regie: Marie Bues

Texte: Natalie Baudy, Teodora Georgieva, Silva Marinova, Tatjana Motta, Alessandro Paschitto, Lena Riemer

Mit: Knut Berger, Barbara Behrendt, Theresa Berlage, Anton Berman, Eddy Barroso, Joao D’Orey, Aylin Esener, Banafshe Hourmazdi, Via Jikeli, Nadim Jarrar, Patrick Khatami, Niklas Wetzel

Idee: Monica Marotta

https://www.volksbuehne-berlin.de/reihen-und-projekte/medusa/

5.-.7.11.26
Roter Salon, Volksbühne am Rosa Luxemburg Platz
Berlin

To my little boy

Uraufführung von Caren Jess

Eingeladen zu den Mülheimer Theatertagen

Regie: Marie Bues, Bühne: Heike Mondschein, Kostüme: Amit Epstein, Musik: Lila- Zoé Krauss, Dramaturgie: Nora Khuon, Mit: Torben Kessler, Cino Djavid, Cennett Rüya Voss

Aaron ist vierzig, Geologe, lebt in einer WG, ist schön und gesund, hat sein religiöses Elternhaus hinter sich gelassen und stattdessen das Partyleben genossen. Alles könnte fabelhaft sein – doch irgendwie klappt es trotzdem nicht mit dem Sinn im Leben. So sehr er sich auch müht, letztlich ist da nur sein Plüschschwein Tupper, das ihm Halt verspricht.

Caren Jeß schreibt ein Stück über die absolute Überforderung in der Gegenwart. Sie spannt den Bogen zwischen der Angst vor dem Weltende, der Unfähigkeit, sich zu verstehen, und der ewigen Sehnsucht nach der Sicherheit in der Liebe. Rasend komisch und zutiefst ehrlich trifft sie den Geist einer Generation, die dem Schwindel der sich selbst überholenden Zeit entgegentreten muss.

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Thalia Theater Hamburg, Premiere am 16.01.26
Nächste Vorstellungen/next performances: 06.05.,04.07.,02.11.26
Gastspiel bei den Mülheimer Theatertagen: 20.,21.5.26

Jenny mit den Eisenzähnen

Uraufführung von A.L. Kennedy, Übersetzung: Ingo Herzke

Wirtschaftliche Not gebiert Monster. Im Glasgow der 1950er Jahre lebt eine Bande Straßenkinder im Schatten eines Stahlwerks und eines monströsen Gefängnisses, unterhalb eines viktorianischen Friedhofs. In dieser Finsternis erschaffen sie die Legende von Jenny, die ihre eisernen Zähne in alle schlägt, die Unschuldigen wie die Schuldigen. Aber wenn man nur fest genug dran glaubt, wird jede Legende lebendig: Die Kinder verbünden sich und machen Jagd auf Jenny – mit Folgen, die das Vereinigte Königreich für immer verändern.

Die Brexit-geprüfte schottische Schriftstellerin A. L. Kennedy untersucht im Auftrag des Staatstheaters, was mit einer Gemeinschaft passiert, der systematisch Freiheit, Wahrheit, Wohlstand, Gesundheit und sogar die eigene Stimme entzogen werden – und doch: Selbst im Angesicht des Horrors überdauern Humor und die unbezwingbare Kraft der Sprache.

Staatstheater Nürnberg, Premiere 12.02.27

Der Revisor (Düsseldorfer Fassung)

Uraufführung, Felicia Zeller nach Nikolai Wassiljewitsch Gogol

Nikolai Wassiljewitsch Gogols Gesellschaftssatire Der Revisor ist ein Spiel um Geld und Lügen: In einem kleinen Städtchen macht das Wort die Runde, ein Revisor werde inkognito anreisen, um die örtliche Verwaltung zu überprüfen. Die sämtlich korrupten Beamt:innen geraten in Panik. Als der junge, mittellose Chlestakow auftaucht, wird er irrtümlich für den gefürchteten Inspektor gehalten und mit Gefälligkeiten, Geld und Aufmerksamkeit überhäuft. Den Irrtum erkennend, löst ihn Chlestakow nicht etwa auf, sondern lässt sich genüsslich weiter Schmiergeld zustecken, um damit zu verschwinden.

Die Dramatikerin Felicia Zeller, führende Fachkraft auf dem Gebiet der Wirtschaftsgroteske, überschreibt diesen Stoff für eine Gegenwart, der mit Satire kaum noch beizukommen ist. Ihr Chlestakow, dauergekränkter Finanzbeamter im einfachen Dienst, wird zum tatsächlichen Revisor, der mit Durchsuchungsbefehl auf eine Bande von Steuerbetrüger:innen um Dr. Bernd Baktus, den Inhaber der Kaktus Bank, trifft – doch ist der abgebrühten Bande ein Revisor kaum ein Achselzucken wert.

Als Regisseurin und Künstlerische Co-Leiterin des Schauspielhaus Wien engagiert sich Marie Bues für neue Dramatik. In enger Zusammenarbeit mit Felicia Zeller inszeniert sie die Uraufführung eines wortwitzigen und bitterbösen Revisor für das heutige Düsseldorf. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und aktuellen Vorkommnissen sind rein zufällig.

Schauspielhaus Düsseldorf, Premiere: 09.04.27