Abfall der Welt (Foto: Felix Grünschloss)

 Abfall der Welt (Foto: Felix Grünschloss)

 Abfall der Welt (Foto: Felix Grünschloss)

 Abfall der Welt (Foto: Felix Grünschloss)

 Abfall der Welt (Foto: Felix Grünschloss)

 Abfall der Welt (Foto: Felix Grünschloss)

 Abfall der Welt (Foto: Felix Grünschloss)

Abfall der Welt

„Abfall der Welt“ von Thomas Köck

Uraufführung von Thomas Köck, Koproduktion von Theater Rampe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Backsteinhaus Produktion, ADK Baden Württemberg und Akademie Schloss Solitude

Premiere: 22.2.18 Badisches Staatstheater Karlsruhe, Stuttgarter Premiere: 21.3.18, Theater Rampe Stuttgart

Text: Thomas Köck, Regie und Choreografie: Marie Bues/ Nicki Liszta, Choreografische Assistenz: Isabelle von Gatterburg, Dramaturgie: Marlies Kink, Bühne und Kostüme: Heike Mondschein, Musik: Beste Aydin, Regieassistenz: Tobias Tönjes

Mit: Barbara Behrendt, Klaus Cofalka- Adami, Sascha Tuxhorn, Ariel Cohen, Britta Gemmer, Sarah Siri König, David Krzysteczko, Beste Aydin

Beim Versuch zu vergessen und ihre Daten komplett zu löschen taucht die nicht näher zu definierende Figur immer tiefer in den Speicher der Erinnerung oder auch in den Abfall der Welt. An den Orten des Zerfalls, der Zerstörung und des neuen Wachstums erzählt „Abfall der Welt“.

Der Oberösterreicher Thomas Köck gehört zu den interessantesten jungen Dramatikern. Im Rahmen seines Stipendiums der Akademie Schloss Solitude schreibt er für das Staatstheater Karlsruhe und das Theater Rampe einen vielstimmigen Monolog für fünf Spieler und zwei Tänzer. Gemeinsam mit einer Figur, die ihre Daten komplett löschen möchte, tauchen wir ein in Bruchstücke von Erinnerungen. Vor dem Horizont von Orten des Zerfalls, der Zerstörung und des neuen Wachstums erzählt der Abend über den Abfall der Welt und den Kreislauf der Dinge.

Marie Bues und Nicki Liszta (backsteinhaus produktion) inszenieren gemeinsam seinen neuen Text. Nach „Paradies Fluten“ ist es bereits die zweite Zusammenarbeit der drei Künstler*innen.

http://www.staatstheater.karlsruhe.de/programm/info/2576/

http://theaterrampe.de/stuecke/abfall-der-welt/

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=eE8gRsn-9_8

Presse:

„Marie Bues, Intendantin der Stuttgarter Rampe und Spezialistin für Köck-Texte, hat die Sprachpartitur zusammen mit der Choreografin Nicki Liszta auf die Bühne gebracht. Da das Stück selbst Patchwork ist und nichts anderes sein will, war es auch ein ziemlich geschickter Schachzug, den 80-Minüter von einem Koproduktions-Patchwork realisieren zu lassen. Fünf baden-württembergische Institutionen sind beteiligt: Neben dem Staatstheater Karlsruhe gehören noch das freie Theater Rampe, die auf den Tanz abonnierte und ebenfalls aus Stuttgart stammende backsteinhaus produktion, die Akademie Schloss Solitude (an der Thomas Köck Stipendiat ist) und die Ludwigsburger Akademie für Darstellende Kunst dazu. Ein institutionelles Quintett. Mal aus dem off gesprochen, mal live fluten uns lauter biografische Erinnerungsfetzen, Ängste und Wunschprojektionen entgegen. Alles spielt sich in einem dreh- und rollbaren Kubus aus Gerüst-Streben ab. Von oben hängen bunte Tapes herab, und in einer Szene wird das Gestänge mit rot-weißem Baustellen-Band umwickelt. Es ist ein phantasievoller, beliebig interpretierbarer Freiraum, den die Bühnen- und Kostümbildnerin Heike Mondschein da geschaffen hat.

Zu den schroffen Beats der DJane Beste Aydin spielen und tanzen sieben Akteure. Sie entlarven den amerikanischen Traum als Trash, ironisieren und hinterfragen ihre Innenwelten und zeigen filigran-geschmeidige Körperarbeit genauso wie schroffe Stürze oder den Zustand des In-den-Seilen-Hängens. Alle zusammen recyceln aus dem Textmaterial eine nachhaltige Performance.“ Die Deutsche Bühne

„Choreografisch ist das in den Rhythmus der Inszenierung gut eingebettet. Die Akteure setzen es so gut um, dass man den Blick ins Programmheft braucht, um sicherzugehen, wer eine Schauspiel- und wer eine Tanzausbildung hat. Als gescheiterter American Dream steht Klaus Cofalka-Adami vor pinken Lettern („Fuck memories!“) und würde sich gerne löschen – die Erkenntnis, dass der Traum nur Müll produziert hat; die Erinnerungen an den Untergang des Fortschrittglaubens im „rust belt“ Amerikas. Alle Bilder: delete. Aber kein System kann sich selbst löschen. „Jedes System braucht etwas Übergeordnetes, etwas, das die Löschung veranlasst, überwacht“, deklamiert er. Er gibt Löschbefehle, es steht ihm die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, dass sie Fiktion sind: Das Protokoll vermerkt „file deleted“. Die Erinnerungen bleiben, man vergisst nur, dass man sie hat. In seinen Cowboy-Stiefeln potenziert Cofalka-Adami die Depression dieses Moments noch. Ein passendes Ende.“ Nachtkritik