Die Politiker (Foto: Kerstin Schomburg)

 Die Politiker (Foto: Kerstin Schomburg)

 Die Politiker (Foto: Kerstin Schomburg)

 Die Politiker (Foto: Kerstin Schomburg)

 Die Politiker (Foto: Kerstin Schomburg)

 Die Politiker (Foto: Kerstin Schomburg)

 Die Politiker (Foto: Kerstin Schomburg)

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 Die Politiker (Foto: Kerstin Schomburg)

 Die Politiker (Foto: Kerstin Schomburg)

 

Die Politiker

von Wolfram Lotz

Regie: Marie Bues, Bühne: Carolin Gödecke, Kostüme: Lara Linnemeier, Dramaturgie: Barbara Kantel, Musik: Bärbel Schwarz

Mit: Bernhard Conrad, Bärbel Schwarz

Die Politiker die Politiker die Politiker / die Politiker – / Die Politiker die Politiker die Politiker / die Politiker die Politiker – / Die Politiker gehen die verschneiten Abhänge hinab / ich sehe sie aus der Entfernung / Was haben sie vor?“ So beginnt das Theatergedicht von Wolfram Lotz. In poetischen Sprachbildern und musikalischen Wortkaskaden beschreibt der u.a. mit dem deutschen Dramatikerpreis ausgezeichnete Autor die an die Bezeichnung „Politiker“ gebundenen Erwartungshaltungen. Immer tiefer bohrt sich das, was die Politiker können, müssen, dürfen, sollen, nicht sollen und nicht dürfen und überhaupt nicht dürfen, durch das Gehör ins Gehirn und setzt sich bis ins Private fort. Ohne Punkt und Komma fragt Lotz nach unserer eigenen Verantwortlichkeit und der von denen da oben und verwischt diese Grenzen in der nächsten Zeile gleich wieder mit Wumms und Verve. Ein eiskalter Platzregen unbändiger Sprache mit einem Furor, einer Not, einer Trauer und – einem übermütig hüpfenden Witz. Lotz denkt und redet und lacht an gegen Vorurteile und ruft dazu auf, Schuld nicht bei anderen zu suchen und Verantwortung zu deleg­ieren, sondern selbst zu handeln. Der Text ist ein Hilferuf aus der Quarantäne, deren Einsamkeit nur kurz vom Besuch einer Katze unterbrochen wird.
Marie Bues, freie Regisseurin seit 2008 und seit 2013 Intendantin des Theater Rampe in Stuttgart, die in der Spielzeit 2019/20 bereits Köcks Antigone. Ein Requiem für den Ballhof Eins inszenierte, bringt dieses apokalyptische Sprachspiel aus Poesie und Kalauern auf die Bühne.

https://www.staatstheater-hannover.de/de_DE/programm-schauspiel/die-politiker.1278451

Presse:

Neue Presse Hannover:

Ein Stück der Stunde. (…) Bernhard Conrad beherrscht den Duktus all der leisen und lauten Demagogen. Bei ihm klingt’s knallkomisch. Bizarr und oft nahe am Kalauer. (…) Bärbel Schwarz schrammelt an der Gitarre wie weiland Billy Bragg, trommelt mit schönster Punk-Attitüde und jodelt am Klavier.

 

Hannoveraner Zeitung:

Die Politiker ist ein großer Gesang, der Privates und Öffentliches zusammenbringt, ein Redefluss, der einen mitreißt und verschlingt, ein staunenswerter Textstrudel, eine großartige Beschwörung der Gegenwart und der Welt. (…) Bernhard Conrad spricht mit hörbarer Leidenschaft fürs Sprechen. Er kostet die Worte aus, akzentuiert und modelliert.

 

Nachtkritik.de:

Dennoch ist „Die Politiker“ ein Text, der sich lohnt, vorgetragen zu werden – gerade auch im Dialog, oder eher: nebeneinander – von Conrad und Schwarz, vor allem, wenn sie ihre Ernsthaftigkeit bewahren und den Text die Absurdität übernehmen lassen. Denn dann kann er sich entfalten, zwischen all der Gitarren-, Keyboard-, Klavier- und Schlagzeugmusik, die Schwarz beisteuert, zwischen all der Spackeligkeit mit Bonner-Republik-Gedächtnisbrille, die Conrad beisteuert. So ist „Die Politiker“ eine Inszenierung, die man vielleicht eher als Versuch lesen sollte, einen Text, dessen Hauptteil sich im Assoziationsraum abspielt, auf eine Bühne zu bringen, ohne ihm den Raum zu nehmen, den er braucht. Das gelingt phasenweise, phasenweise nicht. Spaß macht es allerdings schon. Und nun, äh, aus die Maus.