Ein Autor:innen Theaterprojekt, Gemeinsame Produktion von Wiener Festwochen/Freie Republik Wien und Schauspielhaus Wien
25 Jahre nach dem Terroranschlag von Al-Qaida auf die Twin Towers in New York reflektieren internationale Künstler:innen an einem multiperspektivischen Abend die Spätfolgen von 9/11 in vier kurzen Bühnenstücken zwischen Videokunst, Lecture-Performance, Schauspiel und Rap-Oper.
Autorin Claudia Rankine und Filmkünstler:in Bateira zeigen in Are you afraid yet? Ängste vor Rassismus, willkürlicher Verhaftung oder Abschiebung durch ICE, denen große Teile der US-Bevölkerung bis heute ausgesetzt sind. In Wir setzen Sie hiermit in Kenntnis (Der Moment zuvor erinnert sich) fragen die Autor:innen Sivan Ben Yishai, Eyal Raz und Regisseurin Marie Bues nach den politischen Handlungsmöglichkeiten zwischen polemischem Diskurs in Europa und dem tatsächlichen Blutvergießen im Nahen Osten. Ozan Zakariya Keskinkılıç und Regisseur Rodrigo Batista inszenieren mit Queer Dschihadi Body-Horrortrip über queeres Begehren. Myassa Kraitt und Dilan Şengül zerlegen in ihrer Rap-Oper A Terror Teaching Bitch bekannte Erzählungen über Terror.
In einer erneuten Koproduktion von Schauspielhaus Graz und Schauspielhaus Wien entsteht ein Auftragswerk der Autorin Ewe Benbenek. Weiterer Koproduktionspartner ist das Katona Jószef Theater Budapest, in Kooperation mit dem steirischen herbst. Die Autorin lenkt den Blick nicht nur auf politische Strukturen, sondern auch auf Sprache als Trägerin von Identität, Konflikt und Erinnerung. Der Text unternimmt einen mehrsprachigen Erkundungsgang durch die Geschichte und beleuchtet Machtverhältnisse neu. Dabei erscheint der Vielvölkerstaat nicht als nostalgisches Modell, sondern als Denkfigur: als offene Frage, wie vielsprachiges und vielkulturelles Zusammenleben heute aussehen könnte.
Premiere ist am 26.9.26 am Schauspielhaus Graz.
Die schottische Star Autorin A. L. Kennedy untersucht im Auftrag des Staatstheaters Nürnberg, was mit einer Gemeinschaft passiert, der systematisch Freiheit, Wahrheit und Wohlstand entzogen werden. Am 12.02.27 wird „Jenny mit den Eisenzähnen“ im Schauspielhaus uraufgeführt. Marie Bues führt Regie bei dieser schottischen Horrorgeschichte nach einer wahren Begebenheit.