To my little boy
Uraufführung von Caren Jeß
Premiere: 16.1.26, Thalia Theater Hamburg
»Ich arbeite an einem Bundesforschungszentrum.
/ Sonne, Mond und Sterne, / not my business. /
Ich kümmere mich u m die Erde, / kein Problem.«
Hier spricht Aaron: Geologe, um die vierzig, schwul, ehemals religiös (Sprössling einer Pastorenfamilie) und überfordert. »Kein Problem« liegt hier ebenso fern wie Sonne, Mond und Sterne. Überall tummeln sie sich nämlich in seinem Leben – Probleme –, und meist entstehen sie im Zusammenhang mit Menschen. Da liegt es nah, sich zurückzuziehen und sich um die Erde zu kümmern. »Wir müssen mehr über Rohstoffe reden!«, ruft er beseelt aus. Doch niemand interessiert sich für vertrocknete Landstriche, kochende Meere und den von Gier angetriebenen Raub an Bodenschätzen. Zum Glück ist da sein Plüschschwein Tupper: Gesprächspartner Nummer eins und Stabilisator in einer wankenden Welt. Mit ihm bricht Aaron auf: er reist nach Peru, versucht sich in der Arbeit, der Liebe und der Freund*innenschaft.
Caren Jeß schreibt ein Stück über die absolute Überforderung in der Gegenwart. Dabei dringt sie mit ihrem radikalen Gegenwarts-Antihelden in den Kern des Einzelnen vor, wo sowohl das Prototypische als auch das Besondere liegen. Sie macht sich nicht lustig, sondern erzählt voller Skurrilität, Witz und Schlagfertigkeit und schafft es mit Leichtigkeit, dass wir ihre schrägen Figuren lieben und dennoch erkennen, was bei ihnen und in unserer Welt schieflauft.
Regisseurin Marie Bues, bekannt für ihre Lust an Gegenwartsdramatik, begegnet dieser schwindelnden Welt, hält ihre Zeit an und wirft einen unverfrorenen und liebevollen Blick auf Überforderung, Größenwahn und die Suche nach Halt.
Regie: Marie Bues, Bühne: Heike Mondschein, Kostüme: Amit Epstein, Musik: Lila- Zoé Krauss, Dramaturgie: Nora Khuon
Mit: Cino Djavid, Torben Kessler, Cennet Voss
































